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Barrierefreies Bad gestalten

Titelbild Barrierefreies Bad

Barrierefreies Bad: Was es zu beachten gilt!

Viele zahlreiche Gründe sind Auslöser dafür, sich mit dem Thema „barrierefreies Bad“ zu beschäftigen. Oftmals spielt das zunehmende Alter eine Rolle: Routine-Vorgänge fallen nicht mehr so leicht und auch kleine Hindernisse wie eine höhere Duschwanne stellen plötzlich eine Barriere dar. Doch auch als junge Familie – insbesondere mit Neubauabsichten – lohnt es sich, im Vorhinein über eine barrierefreie Badgestaltung nachzudenken. Komfort im Alltag und Notwendigkeit im Bedarfsfall sind hier eng verknüpft und bieten in jedem Alter und in jeder Situation die richtige Unterstützung. Lesen Sie auf BadDepot.de mehr darüber, was es bei einem barrierefreien Bad zu beachten gilt und welche Fördermöglichkeiten es gibt, wenn Sie Ihr Badezimmer entsprechend umbauen müssen bzw. möchten.

Begrifflichkeiten

Zunächst: Klärung von Begrifflichkeiten

Viele Begrifflichkeiten kursieren rund um eine komfortable Badgestaltung. „Barrierefrei“, „seniorengerecht“, „behindertengerecht“, „rollstuhlgerecht“ sind die gebräuchlichsten Begriffe, aber hinter ihnen stecken unterschiedliche Gesetzesgrundlagen – so sind manche Begriffe gesetzlich definiert, andere nicht.

 

Dies ist insbesondere dann wichtig zu wissen, wenn Sie die Wohnung mit dem entsprechenden Hinweis vermieten möchten, in eine Immobilie mit einer entsprechenden Bezeichnung einziehen möchten oder ein Unternehmen für die Badumgestaltung beauftragen möchten. Der Begriff „seniorengerecht“ oder auch „altersgerecht“ ist nicht konkret definiert. Jedoch muss hier nicht gewährleistet sein, dass die Wohnung inklusive Badezimmer mit einem Rollator oder gar Rollstuhl befahrbar sein muss. Barrierefreiheit bzw. eine behindertengerechte Badgestaltung ist nach DIN 18040 geregelt. Allerdings wird auch in der DIN-Norm 18040-2 im privaten Wohnbereich zwischen barrierefrei nutzbaren Wohnungen zum einen und den uneingeschränkt mit dem Rollstuhl nutzbaren Wohnungen zum anderen unterschieden. Eine barrierefreie Wohnung ist also nicht zwangsläufig auch rollstuhlgerecht, umgekehrt allerdings schon. Diese Begrifflichkeiten und Definitionen sollten Ihnen bekannt sein, damit Sie sich bei der Handwerkerbeauftragung bzw. beim eigenen Umbau oder der Anmietung einer Wohnung, explizit darauf berufen können, was Sie auch tun sollten.

Wichtigste Punkte für ein behindertengerechtes Bad

Türe ins Badezimmer

Um überhaupt in das Badezimmer gelangen zu können, müssen die Türen entsprechend breit gestaltet sein. Barrierefrei ist eine Tür mit einer Breite von mindestens 80 cm, Rollstuhlfahrer benötigen eine erweiterte Breite ab 90 cm. Zudem darf eine klassische Tür – auch Drehflügeltür genannt – nicht in das Badezimmer öffnen, damit sie keine Wege versperrt und auch das Blockieren der Türe verhindert wird.

Bewegungsfreiheit im Badezimmer

Insbesondere beim verfügbaren freien Platz kommt es auf die genauen Definitionen an. Barrierefrei gilt ein Badezimmer dann, wenn es über eine freie Bewegungsfläche vor Waschbecken, WC, Dusche oder Badewanne von 120 x 120 cm verfügt. Um mit einem Rollstuhl im Badezimmer bequem agieren zu können, ist eine Bewegungsfläche von 150 x 150 cm notwendig.

bodenebene Dusche

Bodengleiche Dusche

Der Dusch-Bereich kommt in einem barrierefreien, behindertengerechten bzw. rollstuhlgeeigneten Bad eine besondere Bedeutung hinzu, da er wichtig für die Eigenständigkeit, aber auch im Pflegefall ist. Dementsprechend ist auch auf eine bodengleiche Dusche zu achten, die mindestens über eine Fläche von 120 x 120 cm verfügt – für Rollstuhlfahrer sogar über 150 x 150 cm. Für den Untergrund sollten Sie einen rutschhemmenden Bodenbelag verwenden, um einen Sturz durch die nasse Fläche zu vermeiden.

 

Sie können die Dusche ebenfalls mit senkrechten oder waagerechten Haltegriffen ausstatten, damit sich die betreffende Person daran festhalten oder hochziehen kann. Je nachdem ist ebenfalls ein Duschsitz sinnvoll, auf den sich ein Rollstuhlfahrer umsetzen oder als Sicherheit für eine Person, die sich beim Stehen unsicher fühlt. Sowohl bei den Griffen als auch den Sitzen gibt es zahlreiche unterschiedliche Ausführungen, die Sie ganz nach Geschmack und Bedarf auswählen können.

Badewanne mit Tür

Badewanne mit Tür

Zusätzlich zu einem Dusch-Bereich oder auch wenn nur eine Badewanne integrierbar ist, sollten Sie eine Wanne mit Tür wählen, da sie ansonsten nur mit zusätzlichen Hilfsmittel oder sehr beschwerlich betreten werden kann. Bei einer Badewanne mit Tür ist die Einstiegshöhe reduziert, wodurch ein leichterer Zugang möglich ist, aber auch bei Bedarf benötigte Pflegepersonen komfortabler unterstützen können, wenn beispielsweise in der Badewanne im Sitzen geduscht wird.

 
unterfahrbarer Waschtisch

Unterfahrbarer Waschtisch

Um einen Waschtisch mit einem Rollstuhl überhaupt bzw. komfortabel nutzen zu können, ist die Unterfahrbarkeit des Waschbeckens maßgebend. Hier bietet sich der Einsatz einer Waschtischplatte optimal an. Die Ausstattung des Waschplatzes mit einer Konsolenlösung ermöglicht die notwendige Beinfreiheit, um mit dem Rollstuhl direkt unter den Waschtisch zu fahren und sich eigenständig waschen sowie andere Hygienemaßnahmen vornehmen zu können.

 

Bei Bedarf kann ebenfalls ein Waschtisch mit integrierten Haltegriffen eingebaut werden: Durch die Griffmulden kann sich ein Rollstuhlfahrer bequem selbst an den Waschtisch heranziehen. Die Griffe sind aber auch eine Unterstützung für Personen, die sich im Stehen nicht mehr so sicher fühlen. Damit sich eine Person im Sitzen gut selbst betrachten kann, ist zusätzlich die Installation eines höhenverstellbaren Kippspiegels sinnvoll, den sich der jeweilige Badnutzer so hin justieren kann, wie er benötigt wird.

WC mit Haltegriffen

WC mit Haltegriffen

Selbstverständlich möchte man insbesondere beim Toilettengang auch trotz Rollstuhl oder Gehbehinderung so viel Selbstständigkeit wie möglich bewahren. Dafür ist einerseits eine entsprechende WC-Höhe notwendig, zudem bieten sich fest installierte oder mobile Haltegriffsysteme an, um sich daran festhalten und hochdrücken zu können.

 

Die genannten Beispiele sind die wichtigsten Punkte, die es in einem barrierefreien Bad bzw. rollstuhlgerechten Bad zu beachten gilt. Da jeder Mensch anders ist und die einzelnen Bedürfnisse stark von der individuellen Person abhängen, sollten Sie sich in Ruhe mit dem Thema auseinandersetzen und sich beraten lassen, welche Möglichkeiten individuell für Sie Sinn machen.

Förderung eines barrierefreien Bads

Staatliche Förderung

Wenn Sie Ihr Badezimmer barrierefrei bzw. rollstuhlgerecht umbauen müssen oder einen entsprechenden Wohnraum kaufen möchten, können Sie auf verschiedene Fördermöglichkeiten zurückgreifen. Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) bietet zinsgünstige Kredite oder Investitionszuschüsse für entsprechende Modernisierungsmaßnahmen. Bitte beachten Sie: Der Antrag für die erforderlichen Maßnahmen muss vor der Auftragserteilung bzw. dem eigenständigen Umbau erfolgen. Abhängig vom Bundesland, in dem sich die umzubauende Immobilie befindet, gibt es gegebenenfalls auch länderspezifische Förderoptionen.

Förderung durch Pflegekassen/Krankenversicherungen

Ist bei der Person, für die ein Umbau notwendig ist, eine Pflegestufe vorhanden, können auch bei der Krankenversicherung und Pflegeversicherung Fördermittel in Form von Zuschüssen beantragt werden. Diese können beispielsweise für den Einbau bodengleicher Duschen, Haltegriffe, Duschsitze und Verschiedenes mehr gewährt werden.

Badplanung

Planung eines behindertengerechten Bads

Bevor Sie Ihr Badezimmer umbauen, sollten Sie sich genug Zeit für die Planung nehmen. Stellen Sie sich zunächst die Frage, ob Sie ein nach DIN 18040 als barrierefreies bzw. behindertengerechtes klassifiziertes Bad erhalten möchten, es für einen Rollstuhlfahrer geeignet sein soll oder ob Ihnen kleine altersgerechte Anpassungen genügen. Entsprechend können alle weiteren Maßnahmen weiter überlegt werden bzw. diese und deren Umfang ergeben sich aus den Anforderungen der jeweiligen Nutzer.

 

In der Regel ist auf jeden Fall ein sehr viel höherer Platzbedarf notwendig. Welcher genau ermitteln Sie am besten durch die Angaben in der DIN 18040-2. Darauf basierend müssen dann Raumaufteilungen und notwendige Baumaßnahmen überlegt und geplant werden. Vergessen Sie hierbei nicht, verschiedene Fördermöglichkeiten zu prüfen und zu beantragen, bevor Sie einen Umbau starten. Anschließend können Sie geeignete Badelemente und Einrichtungsgegenstände bei uns im Onlineshop bestellen. Gerne beraten wir Sie hierzu oder unterstützen Sie auch mit einem Aufmaßservice für einzelne Elemente, insbesondere im Bereich der Dusch- oder Badewannen-Installation. Nehmen Sie Kontakt auf!